Brieftauben ein Leben lang

Brieftauben haben mein Leben geprägt und gestaltet. Meine ersten Erinnerungen als 3 – Jähriger auf dem Taubenschlag meines Vaters Horst Giese haben mich auf Verluste und Freuden in unserem Hobby vorbereitet. Als 9 – Jähriger wurde ich, nach ewiger Wartezeit, in den Verein 09909 „Hammer“ aufgenommen. Seit 1993 bin ich dessen Vorsitzender mit 20 Mitgliedern.

1976 mein erstes Reisejahr

Ab Flug Nr. 6 musste ich als 10- Jähriger nicht nur meine Tauben versorgen, sondern auch die Witwermannschaft meines Vaters, der mit einer schweren Lungenentzündung vier Wochen im Krankenhaus lag.

Mein Vater hatte mich schon viel über Brieftauben gelehrt, doch diese vier Wochen haben Selbständigkeit und Einfühlungsvermögen zu den Reisetauben geprägt.

Zum Reiseende wurde die 3. Kreisorganisations-Meisterschaft (KO,  heute Reisevereinigung, bei der Jugend errungen und mit den Tauben meines Vaters Platz 2 im Verein, von damals 15 reisenden Mitgliedern.

Frühe Erfolge

Doch schon damals wollte ich mehr. In der KO Oranienburg belegte ich

1977 Platz 10 bei den Senioren; Platz 1 bei der Jugend
1978 Platz   8 bei den Senioren; Platz 1 bei der Jugend
1979 Platz   1 bei den Senioren; Platz 1 bei der Jugend

Mit 13 Jahren wurden die „alten Hasen“ von mir auf die Ränge verwiesen. Ich war sehr stolz auf meine schnellen und schönen Tauben. Denn ab 1979 stellte ich mehrmals den Standartvogel des Bezirkes Potsdam.

Deutsch-Deutsche-Brieftaubenfreundschaft

Schon im Jahre 1976 wurden die ersten Tauben aus der damaligen BRD von einer Brieftaubenfreundschaft eingeführt.

Dieter Wetzstein aus Oldenburg brachte diese als Ostereier deklarierten Geschenke über die deutsch-deutsche Grenze. Noch heute gilt ihm dafür meine Dankbarkeit.

Die ersten grossen Erfolge

Mit den eingekreuzten Tauben, einigen Medikamenten und Zusatzprodukten machte das Spiel mit den Tauben noch mehr Spaß.
Die Erinnerung an den 400 mit seinen 5 ersten Konkursen, der 296, die 1989 zweitbestes Weibchen im Bezirk Potsdam wurde sowie der 416 mit insgesamt 68 Preisen kommen mir hierbei ins Gedächtnis, da alle auf diese Kreuzungen zurückgehen.
Der 416 wird 1990 in Dortmund 3. Standartvogel der DDR-Auswahl, fliegt aber auch seit 1988 jedes Jahr zweistellig.
Am Tag dieser Verbandsausstellung lernte ich Harry Tamsen kennen. Im Februar der erste Besuch, dem noch viele folgten. Die Gespräche und Hinweise oben auf der Taubenterrasse brachten mich noch einmal weitere Schritte voran. Obwohl viele Züchter neues Material einführten, war ich 1991, 1993 und 1994 wieder an erster Stelle.

Schneller und Schneller

Die damaligen Tauben waren in Sachen Zuverlässigkeit kaum zu schlagen. Die alte Delbar-Linie über meine Oldenburger Freunde und die Tamsen-Tauben brachten Jahr für Jahr Zweistellige. Jedoch nur bis ca. 700 As-Punkte.

Ich wollte noch schnellere Tauben haben. Deshalb klopfte ich im Jahr 2000 bei Theo Lehnen an.

6 Jungtiere aus der alten Janssen-Linie und 3 aus den Schellens brachten die Giese – Tauben ordentlich in Schwung. Viele erste Konkurse und Tauben mit über 900 AS-Punkten wurden bis heute daraus gezüchtet.

Der 03902-00-532, ein Urenkel des 019 der Gebr. Janssen wurde Vater des unvergesslichen Rappen, der 031 sowie der 201. Die 031 ist Großmutter des z.Zt. besten Vogels 09909-17-241 „Einhorn“.

2018 wurde dieser Vogel bester Jähriger im Reg.V. 351 und 2019 bester Vogel der RV Oberhavel.

Familiäre Unterstützung

Tolle Tauben in einer arbeitsreichen Zeit, die 2005 durch Familienbetriebsübernahme und 2006 durch Hausbau geprägt war.

Unsere Tochter Isabella-Maria, selbst Mitglied seit dem Jahre 2002, versorgte nicht nur ihre Tauben, sondern unterstützte mich auch bei meiner Witwermannschaft in Zeiten durch betriebliche Abwesenheit.

Sie wurde 2008 und 2011 jeweils 10. Jugendmeisterin auf Verbandsebene. Heute ist sie Tierärztin und im fernen München tätig.

Neuer Schlag bringt neue Erfolge

Bis 2011 wurden nur vereinzelt Tauben eingeführt. Mit dem Neubau einer Schlaganlage schaute ich mich jedoch wieder auf dem Taubenmarkt um.
Von Manfred Eichenlaub aus Osloß holte ich Tauben von seinen Topvererbern, die mit Tauben von Fred Sauerbier aus Oldenburg eine neue Generation von Klassetauben hervor brachten.
Hier zu nennen sind…
…der „Figo 841“, der mit der Täubin „Miss Oldenburg“ 2015 den 23. As-Vogel und 2018 den 43. As-Vogel auf Bundesebene hervorbringen,
…der „Schoorisse 727“, der mit vielen verschiedenen Weibchen zuverlässige und schnelle Flieger zieht sowie
…der von Theo Jappe stammende Vogel „Theo 381“, der in vielen meiner Spitzentauben vertreten ist.
Mit diesen Tauben, verbunden mit meinen alten Linien, wurden in den letzten Jahren viele Spitzenplatzierungen errungen. Die Tabellen ab dem Flugjahr 2015 geben darüber Auskunft. 

Auf der Messe in Kassel im Jahr 2017 lernte ich Dr. Klaus Giesbert aus Dortmund kennen. Ein Besuch folgte im September 2018 und 10 Jungtiere zogen nach Liebenwalde um. Im Folgejahr machte ich mit seinem Partner Dr. Burkhard Krause Bekanntschaft. An diesem Tag wechselte ein „Apollo 3“ – Sohn und eine Tochter des „2235“ ihre Besitzer. 2019 folgten noch einige Originale.


Die Jungtaubenreise 2019 wurde von dieser Nachzucht geprägt.
Nicht verdunkelt, nur belichtet, gesund, fluglustig, gut versorgt….Einfach Klasse!
Nun geht alles auf eine neue, hoffentlich verlustarme Saison 2020.
Für alle Sportfreunde viel Spaß mit unserem Hobby und Gut Flug.

 

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